Die Sprache in der Politik

April 3rd, 2012

Um herauszufinden, was Politiker von den Bürgern ihres Landes halten, haben Medienwissenschaftler der Universität in Koblenz und der Verband der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS) in einer gemeinsamen Studie Reden von Bundespolitikern analysiert. Dabei sind sie im November 2011 zu einem ernüchternden Ergebnis gekommen: Das Bürgerbild der Politiker ist diffus bis widersprüchlich und der Klang an sich wohlfein formulierter Politiker-Sätze bei genauem Hinhören nicht immer schmeichelhaft. Im März 2012 wurde die Studie anlässlich einer Podiumsdiskussion in Halle vorgestellt.

 

n Halle argumentierten und diskutierten Dr. Vazrik Bazil, Präsident des VRdS, Dr. Bernd Wiegand, Beigeordneter für Sicherheit, Gesundheit und Sport der Stadt Halle (Saale) und Mitglied im VDS, sowie Prof. Dr. Günter Schenk i.R., Philosoph und wissenschaftlicher Leiter der Hallischen Philosophischen Bibliothek. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Karin Scherf, Redakteurin bei MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt.

“Sprache in der Politik – Politik in der Sprache” unter diesem Motto hatte die Regionalgruppe des Vereins Deutsche Sprache (VDS) am 20. März 2012 zu einer Podiumsdiskussion in das Mitteldeutsche Multimediazentrum Halle eingeladen.

Das Datum der Diskussionsrunde war nicht zufällig gewählt: Am 20. März 2011 fanden in Sachsen-Anhalt die Landtagswahlen statt. Im Vorfeld wurden an die 263 Listen- und Direktkandidaten von Bündnis 90/Die Grünen, CDU, Die Linken, FDP, Freien Wähler und SPD Wahlprüfsteine übersandt. Mit einer Rücklaufquote von 15 Prozent der ausgefüllten Fragebögen ergibt sich für den VDS ein bedenkliches Bild. So haben beispielsweise 92 Prozent der in dieser Legislaturperiode im Ausschuss für Kultur und Bildung tätigen Abgeordneten die acht vom VDS gestellten sprachpolitischen Fragen nicht beantwortet.

„Wir sind der Überzeugung, dass es an einer ernsthaften gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit sprachlichen Fragen hapert. Das mangelnde Interesse der verantwortlichen Landespolitiker und Abgeordneten an unseren Veranstaltungen und sprachpolitischen Themen bestärkt uns in dieser Wahrnehmung“, sagte Arne-Grit Gerold, Leiterin der Landesregionalgruppe Sachsen-Anhalt. Und das, obwohl Sprache eine unersetzliche gesellschaftliche Ressource als Voraussetzung für Demokratie, kulturelle Kommunikation, Integration und Identität ist.

 

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